Geschrieben von Carolin Kaulfersch am 06. März 2026

Schweden startet Prüfungen zur Barrierefreiheit von Online-Shops

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Digitale Barrierefreiheit wird in Europa immer aktiver kontrolliert. In Schweden hat die zuständige Aufsichtsbehörde Post- och telestyrelsen (PTS) damit begonnen, die Barrierefreiheit großer E-Commerce-Websites zu prüfen. Der Hintergrund: Seit Juni 2025 gilt auch in Schweden das europäische Barrierefreiheitsgesetz (EAA). Jetzt beginnt die praktische Umsetzung – und damit auch die Überprüfung durch Behörden.

Laptop mit Elektronik-Seite, Schweden Flagge und Lupe mit BarrierefreiheitssymbolenErste Prüfverfahren gegen große Online-Shops

Nach Angaben der schwedischen Aufsichtsbehörde Post- och telestyrelsen (PTS) wurden bereits 28 Aufsichtsverfahren eingeleitet. Betroffen sind unter anderem große Onlinehändler:

  • H&M 

  • IKEA 

  • Coop 

  • Biltema 

  • NetOnNet 

Diese Auswahl zeigt deutlich, wie breit die Prüfungen angelegt sind: Vom Modehandel über Möbel und Elektronik bis hin zu Online-Supermärkten und Versandapotheken wird der digitale Einzelhandel überprüft.

Die Prüfungen sind Teil eines langfristigen Aufsichtsprogramms

Die Prüfungen sind Teil eines Aufsichtsprogramms der PTS, das 2025 gestartet wurde und auch 2026 fortgesetzt wird. Weitere Verfahren sollen schrittweise folgen.

Die Behörde prüft, ob die Websites die Barrierefreiheitsanforderungen nach den WCAG-Richtlinien erfüllen. Dabei geht es unter anderem um:

  • verständliche Navigation 

  • Alternativtexte für Bilder 

  • Tastaturbedienbarkeit 

  • ausreichende Kontraste 

  • zugängliche Formulare und Checkout-Prozesse 

Die Prüfung orientiert sich an den vier zentralen WCAG-Prinzipien: Websites müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust gestaltet sein. Zusätzlich prüft die Behörde, ob Informationen über die Nutzung des Dienstes verständlich und barrierefrei bereitgestellt werden.

Gerade im Online-Handel ist Barrierefreiheit entscheidend. Wenn zentrale Funktionen wie Produktsuche oder Bezahlung nicht zugänglich sind, können Menschen mit Behinderungen digitale Angebote nicht nutzen. 

Was passiert bei Verstößen? 

Wenn bei einer Prüfung Barrieren festgestellt werden, kann die Behörde Unternehmen zur Nachbesserung verpflichten.

Je nach Fall können Maßnahmen folgen wie: 

  • Fristen zur Behebung der Probleme 

  • behördliche Anordnungen 

  • weitere rechtliche Schritte oder Sanktionen 

Unternehmen können verpflichtet werden, festgestellte Barrieren zu beheben. Erfolgt keine Umsetzung, können behördliche Maßnahmen folgen – bis hin zu Bußgeldern oder der Untersagung des Angebots.

Ein Blick auf Europa

Die Entwicklungen in Schweden sind kein Einzelfall. In mehreren europäischen Ländern beginnt die Durchsetzung der gesetzlichen Anforderungen zur digitalen Barrierefreiheit sichtbar zu werden. 

In Frankreich kam es beispielsweise bereits zu ersten Klagen gegen große Handelsunternehmen wegen mangelnder digitaler Barrierefreiheit. Betroffen waren unter anderem Einzelhändler wie E.Leclerc, Carrefour und Auchan. 

Auch in Deutschland laufen bereits Vorbereitungen für die Durchsetzung der gesetzlichen Anforderungen. So werden derzeit Prüfende gesucht, die künftig für die Marktüberwachungsstelle der Länder digitale Angebote auf Barrierefreiheit prüfen sollen. 

Diese Beispiele zeigen ganz klar:

Barrierefreiheit ist in Europa längst kein reines Zukunftsthema mehr. Behörden, Verbände und Betroffene beginnen zunehmend, die gesetzlichen Anforderungen aktiv durchzusetzen. 

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Wenn Barrieren festgestellt werden, müssen sie häufig kurzfristig behoben werden. Wer vorbereitet ist und seine Barrieren bereits kennt, kann deutlich schneller reagieren, wenn Prüfungen oder Beschwerden auftreten. 

Eine strukturierte Analyse hilft dabei, 

  • Barrieren systematisch zu erkennen 

  • Prioritäten für die Behebung festzulegen 

  • Maßnahmen im Team zu planen 

  • Fortschritte und Maßnahmen sauber zu dokumentieren 

Gerade diese Dokumentation kann im Fall einer Prüfung entscheidend sein. Sie zeigt, dass ein Unternehmen Barrierefreiheit ernst nimmt und aktiv daran arbeitet, digitale Angebote zugänglicher zu machen.

Digitale Barrierefreiheit wird damit zunehmend zu einem Thema der Organisation und Vorbereitung. Unternehmen, die ihre Barrieren frühzeitig analysieren und dokumentieren, sind deutlich besser vorbereitet, wenn Prüfungen oder Beschwerden auftreten. 

Die Entwicklungen in Schweden zeigen: Abwarten ist keine Strategie. Wer seine Barrieren kennt und eine klare Roadmap zur Behebung dokumentieren kann, ist bei Prüfungen auf der sicheren Seite. 

Eye-Able unterstützt dich dabei, digitale Barrieren systematisch zu identifizieren und den Fortschritt rechtssicher zu dokumentieren.

Lass uns gemeinsam prüfen, wie barrierefrei deine digitalen Angebote aktuell sind.

Prüfe jetzt die Barrierefreiheit deiner Website und reduziere rechtliche Risiken, bevor sie entstehen.

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