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Erste Prüfverfahren gegen große Online-ShopsNach Angaben der schwedischen Aufsichtsbehörde Post- och telestyrelsen (PTS) wurden bereits 28 Aufsichtsverfahren eingeleitet. Betroffen sind unter anderem große Onlinehändler:
H&M
IKEA
Coop
Biltema
NetOnNet
Diese Auswahl zeigt deutlich, wie breit die Prüfungen angelegt sind: Vom Modehandel über Möbel und Elektronik bis hin zu Online-Supermärkten und Versandapotheken wird der digitale Einzelhandel überprüft.
Die Prüfungen sind Teil eines Aufsichtsprogramms der PTS, das 2025 gestartet wurde und auch 2026 fortgesetzt wird. Weitere Verfahren sollen schrittweise folgen.
Die Behörde prüft, ob die Websites die Barrierefreiheitsanforderungen nach den WCAG-Richtlinien erfüllen. Dabei geht es unter anderem um:
verständliche Navigation
Alternativtexte für Bilder
Tastaturbedienbarkeit
ausreichende Kontraste
zugängliche Formulare und Checkout-Prozesse
Die Prüfung orientiert sich an den vier zentralen WCAG-Prinzipien: Websites müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust gestaltet sein. Zusätzlich prüft die Behörde, ob Informationen über die Nutzung des Dienstes verständlich und barrierefrei bereitgestellt werden.
Gerade im Online-Handel ist Barrierefreiheit entscheidend. Wenn zentrale Funktionen wie Produktsuche oder Bezahlung nicht zugänglich sind, können Menschen mit Behinderungen digitale Angebote nicht nutzen.
Wenn bei einer Prüfung Barrieren festgestellt werden, kann die Behörde Unternehmen zur Nachbesserung verpflichten.
Je nach Fall können Maßnahmen folgen wie:
Fristen zur Behebung der Probleme
behördliche Anordnungen
weitere rechtliche Schritte oder Sanktionen
Unternehmen können verpflichtet werden, festgestellte Barrieren zu beheben. Erfolgt keine Umsetzung, können behördliche Maßnahmen folgen – bis hin zu Bußgeldern oder der Untersagung des Angebots.
Die Entwicklungen in Schweden sind kein Einzelfall. In mehreren europäischen Ländern beginnt die Durchsetzung der gesetzlichen Anforderungen zur digitalen Barrierefreiheit sichtbar zu werden.
In Frankreich kam es beispielsweise bereits zu ersten Klagen gegen große Handelsunternehmen wegen mangelnder digitaler Barrierefreiheit. Betroffen waren unter anderem Einzelhändler wie E.Leclerc, Carrefour und Auchan.
Auch in Deutschland laufen bereits Vorbereitungen für die Durchsetzung der gesetzlichen Anforderungen. So werden derzeit Prüfende gesucht, die künftig für die Marktüberwachungsstelle der Länder digitale Angebote auf Barrierefreiheit prüfen sollen.
Diese Beispiele zeigen ganz klar:
Barrierefreiheit ist in Europa längst kein reines Zukunftsthema mehr. Behörden, Verbände und Betroffene beginnen zunehmend, die gesetzlichen Anforderungen aktiv durchzusetzen.
Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Wenn Barrieren festgestellt werden, müssen sie häufig kurzfristig behoben werden. Wer vorbereitet ist und seine Barrieren bereits kennt, kann deutlich schneller reagieren, wenn Prüfungen oder Beschwerden auftreten.
Eine strukturierte Analyse hilft dabei,
Barrieren systematisch zu erkennen
Prioritäten für die Behebung festzulegen
Maßnahmen im Team zu planen
Fortschritte und Maßnahmen sauber zu dokumentieren
Gerade diese Dokumentation kann im Fall einer Prüfung entscheidend sein. Sie zeigt, dass ein Unternehmen Barrierefreiheit ernst nimmt und aktiv daran arbeitet, digitale Angebote zugänglicher zu machen.
Digitale Barrierefreiheit wird damit zunehmend zu einem Thema der Organisation und Vorbereitung. Unternehmen, die ihre Barrieren frühzeitig analysieren und dokumentieren, sind deutlich besser vorbereitet, wenn Prüfungen oder Beschwerden auftreten.
Die Entwicklungen in Schweden zeigen: Abwarten ist keine Strategie. Wer seine Barrieren kennt und eine klare Roadmap zur Behebung dokumentieren kann, ist bei Prüfungen auf der sicheren Seite.
Eye-Able unterstützt dich dabei, digitale Barrieren systematisch zu identifizieren und den Fortschritt rechtssicher zu dokumentieren.
Lass uns gemeinsam prüfen, wie barrierefrei deine digitalen Angebote aktuell sind.

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